Tierrechte Aktiv
Zoo und Zirkus
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Die Haltung von Tieren in einem Zoo

unter Lebensumständen, die sie physisch und psychisch krank machen, nur um sie kommerziell auszubeuten, ist mit dem Tierschutz nicht zu vereinbaren und gehört dringend abgeschafft.

Panama: Delfinarium verhindert

Mit Unterstützung des ehemaligen Fernsehtrainers von „Flipper“, Richard O‘Barry, konnte der Neubau eines Delfinariums in Panama gestoppt werden. In Gefangenschaft verkümmern die hochentwickelten, bewegungsfreudigen Meeressäuger, die Todesraten sind enorm. Nach Angaben des Wal- und Delfinschutzforums WDSF will sich O‘Barry nun auch an den Protesten gegen die deutschen Delfinarien in Münster, Duisburg und Nürnberg beteiligen – in Nürnberg ist der Ausbau, auf Rügen der Neubau eines Delfinariums geplant. Un­­ter­zeichnen Sie die Petition gegen Delfinimporte: http://www.prowildlife.de/

Abgeschoben!

Zoo Berlin verschickte 43 Makaken nach Spanien. Der umstrittene Tierhändler Bode organisierte den Transport  16. August 2008

Affen-Exodus im Zoo Berlin. Direktor Bernhard Blaszkiewitz hat 43 Rotgesicht-Makaken nach Spanien abgeschoben – er will auf dem Affenfelsen eine neue Art ansiedeln.

Die Tiere wurden eingefangen und in Kisten gesperrt. Dann ging es per Lkw-Transporter Richtung Cadiz in den Zoo „Zoobotánico de Jerez“. Alarmstimmung bei der Grünen-Politikerin Claudia Hämmerling, die von der Aktion Wind bekommen hatte. Sie fürchtete um das Leben der Affen, weil der Zoo den umstrittenen Tierhändler Werner Bode für den Transport der Makaken engagiert hatte. Bode steht in Verdacht, Zoo-Tiere an Tier-Schlachter zu verkaufen.

Ein "Leben" in Gefangenschaft

Kümmert Euch lieber um die Leiden der Menschen oder Kinder. Diese Aufforderung, die uns bei Protesten gegen Zoos, Delfinarien oder Zirkusse entgegengebracht wird, kommt nicht nur von den Besuchern, sondern auch von Tierfreunden. Hier handelt es sich aber offenbar um Schuldverschiebung, also den Versuch, ein Unrecht mit dem anderen Unrecht zu entschuldigen.

Es ist vielmehr einfach Fakt, daß etwa die lebenslängliche Gefangenschaft eines Zebras in dessen unwirklicher Umgebung, weniger Emotionen erzeugt, als das Verprügeln eines Hundes. Ist es die Tradition des klassischen Tierschutzes, der, das Auge starr auf die gröbsten körperlichen Misshandlungen gerichtet und nicht die Leiden, die Einsamkeit, Isolierung, Ausweglosigkeit der Tiere in einem Zoo oder Zirkus erkennen will ? Ist es diese begrenzte Sicht, die dessen Ziel schon erfüllt sieht, wenn die Tiere halbwegs ausreichend ernährt und aus der Sicht des Menschen sauber untergebracht sind ?

Die Verwendung von Tieren für unseren Gebrauch ist tief in unserer Selbstverständlichkeit verwurzelt
, auch Tierfreunde sind davon nicht ausgenommen. Viele der Tierfreunde glauben sogar noch, einen Zoo oder Zirkus besuchen zu müssen, weil sie Tiere doch so lieben. Tiere in einem Zirkus erregen zumeist nur dann Mitleid, wenn die Menschen die die Tiere benutzen, nicht mehr in der Lage sind, die Tiere zu ernähren und diese dann tage- oder wochenlang hungern lassen. Zoos erfreuen sich zumindest hierzulande grosser Beliebtheit. In letzter Zeit sind sie allerdings stark ins Gerede gekommen, aber nur wegen ihrer Praxis, niedliche Löwenbabys und kleine Bärchen als Publikumsmagnet nachzuzüchten und später, wenn die Saison vorbei ist, sie wieder zu beseitigen. Die Institution der Zoos hat im öffentlichen Bewusstsein jedoch noch immer den Charakter eines Erholungsortes an dem auch noch anscheinend Artenschutz betrieben wird, ohne zu erkennen, dass die Lebensräume für die Wildtiere unwiederbringlich zerstört werden. Die Tradition Tiere gefangen zu halten ist so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr wahrnehmen wollen. In vielen Haushalten von Tierfreuden fristen Tiere wie etwa Vögel, Meerschweinchen, Hamster, Hasen u.a. ein Leben lang ein erbärmliches Dasein in Langeweile.

 

Der klassische Tierschutz hat das millionenfache tagtägliche Leiden der Tiere durch die Fremdbeherrschung deren gesamten Lebens überhaupt noch nicht wahrgenommen. Es gilt, nach wie vor nichts verwerfliches darin zu sehen, Tiere zu benutzen und zu gebrauchen, wenn sie dabei auch nur einigermassen gut behandelt werden, Wenn nicht, schaut Mann /Frau einfach weg.

Dabei sind die Leiden der Tierte evident, wenn man sich nur eine halbe Stunde in das Leben eines Elefanten im Zirkus einfühlt, der lebenslang an Ketten, in ständiger Bewegungslosigkiet verharren muss, in das Leben eines Tigers, der lebenslang am Maschendrahtzaun seines wohnzimmergrossen Gefängnisses auf und ablaufen muss und dessen Leiden nichts ist als Gleichförmigkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Das Dasein der Tiere ist auf das bloße biologische Überleben reduziert und nur noch die elementarsten Bedürfinsse, wie Nahrungsaufnahme werden befriedigt.

Ist es Unwissenheit, Ignoranz, Überheblichkeit oder Vergnügungsucht, warum Menschen die einen Zoo oder Zirkus besuchen die Gefangenhaltung der Tiere nicht als Unrecht wahrhaben wollen?

Die mehr oder weniger stark ausgeprägten sichtbaren Neurosen der Tiere in einem Zoo oder Zirkus sind lediglich die Flucht in den Wahnsinn, ein Ausweg aus dem unerträglichen Zustand des lebendig Eingemauert seins, nicht wirklich leben zu dürfen und doch leben zu müssen. Ein Leben in gnadenloser Fremdbestimmung durch den Menschen.

Ist es der Mangel an Vorstellungskraft oder die Unfähigkeit des Einfühlungsvermögens, warum Menschen diesen Leiden so selbstverständlich gegenüberstehen. Tiere sind nicht instinktgesteuert wie wir es gerne haben wollen, sie haben ihre arteigenen Bedürfnisse, wie fliegen, laufen, riechen, sehen, fühlen und hören. Tiere haben Gefühle, Wünsche, Vorstellungen, Vorlieben und auch Abneigungen. Diese lebensnotwendigen Bedürfnisse werden den Tieren genommen, weil wir unser Verhalten entschuldigen wollen und deshalb die Bedürfnisse der Tiere gerne auf fressen, schlafen und Fortpflanzung reduziert sehen wollen.

Leben, Liebe, Glück wird den Tieren verwehrt und sperren sie ein, zu unserem Vergügen - Freiheit in Gefangenschaft weil der Mensch Illusionen braucht um seine Macht zu demonstrieren. Einige Quadratmeter Gras, Hügel, Baumstämme, umgeben von Beton und Gitterstäben, eine Illusion von Freiheit, für Menschen, die selbst in Mauern leben.

Es geht uns darum diese als Tierliebe getarnten Morde zu entlarven. “Man kann einen Menschen mit seiner Wohnung ebenso erschlagen, wie mit einer Axt” sagte Brecht über trostlose Arbeiterquartiere. Und man kann einen Delfin mit einem Bassin ebenso ermorden, wie mit einer Harpune, einen Tiger mit einem Käfig ebenso, wie mit einem Jagdgewehr. Es dauert nur viel, viel länger.


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