Tierrechte Aktiv
Jagd
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Zitat eines Jägers:

Als alter naturverbundener Jäger geht mir diese Schlächterei schon lang gegen den Strich. Ich möchte mich an den Aktivitäten zur Eindämmung dieser kreaturverachtenden Jagdmethoden gern beteiligen.

Jäger sehen sich gerne als Naturschützer.

Sie behaupten immer wieder, das natürliche Gleichgewicht sei gestört und der Mensch müsse regulierend in den Naturhaushalt eingreifen. Dies erweckt den Eindruck, es gäbe nur ein einziges mögliches Gleichgewicht, welches durch das menschliche Tun für immer verloren sei. Die Vorstellung, die Dichte der Populationen von Pflanzenessern werde über Räuber geregelt, ist inzwischen als stark vereinfachend, in der Regel sogar als falsch erkannt. Sie zeugt von Unkenntnis der Bedeutung der übrigen Regulationsfaktoren wie Mangel an Nahrung, an Lebensraum und Ruheplätzen, Krankheiten, Konkurrenzdruck und Stress, Störungen im Jahresrhythmus und Kälte.

Jäger greifen permanent störend in den Naturhaushalt ein und verhindern so die Einstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Die Jagd ist sogar eine der maßgeblichen Ursachen für die aktuelle Gefährdung zahlreicher Tierarten. Dem Interesse am Jagen werden Natur-, Arten- und Tierschutzbelange zumeist bedingungslos untergeordnet. So z.B., wenn Jäger sich für eine flächendeckende Jagd bis in Naturschutzgebiete und Nationalparks einsetzen oder selbst die Anlage von Biotopen vorrangig der Förderung jagdlich interessanter Arten dient.

Jagd ist kein Beitrag zum Allgemeinwohl

Jäger geben sich gern den Anschein, sie opferten seit Jahrhunderten Freizeit und Geld, um sich zum Wohle der Allgemeinheit dem Schutz der Tiere in Wald und Flur zu widmen. Einige Jagdpraktiken lassen sich allerdings mit diesem Bild überhaupt nicht in Einklang bringen. In vielen Naturschutzgebieten beispielsweise wird immer noch gejagt. Dabei sollte die Natur wenigstens in diesen Schutzgebieten eine Chance zur Selbstregulation erhalten. Eingriffe dürften nur dann erfolgen, wenn sie nach objektiver wissenschaftlicher Begutachtung im Interesse von Tieren und Natur notwendig wären. Selbst Nationalparks sind vor dem Zugriff der Jäger nicht sicher. Die "Trophäenjagd" spielt in der Bundesrepublik Deutschland, so stellt es der Deutsche Jagdschutzverband dar, heute überhaupt keine Rolle mehr. Dafür reisen alljährlich Tausende bundesdeutscher Jäger ins Ausland, um dort eine Jagdtrophäe zu erbeuten. Reiseveranstalter werben mit der Abschußgarantie für Eisbär, Puma, Löwe, Wolf, Fuchs, Leopard, Elefant, Krokodil oder Nashorn.

Jagdpraxis widerspricht dem Tier- und Naturschutz

Im folgenden soll anhand einiger weiterer Beispiele gezeigt werden, daß die Praktiken der heute üblichen waidgerechten Jagd" sich mit dem Tier- und Naturschutz nicht vereinbaren lassen. Die Treibjagd beispielsweise ist eine Gesellschaftsjagd auf "Niederwild", insbesondere auf Hasen und Fasanen, bei der Treiber, mit oder ohne Hund, das Wild aufscheuchen. Der damit verbundene Lärm und die Beunruhigung beeinträchtigen nicht nur das unmittelbar bejagte Wild, sondern versetzen sämtliche Tiere im Revier in erhebliche Aufregung und Angst. Ein hoher Prozentsatz der aufgescheuchten, sich in panischer Flucht befindenden Tiere wird nicht, wie zu fordern wäre, kurz und schmerzlos getötet, sondern nur angeschossen. Für diese bedauernswerten Jagdopfer bedeutet das langes Siechtum und ein erbärmliches Ende. Zur "waidgerechten" Ausübung der Jagd gehört nach Ansicht der Jäger auch das Aufstellen von Fallen zur Dezimierung von"Raubwild" und "Raubzeug". Als "Fehlfänge" geraten jedoch immer wieder gefährdete Tierarten in die aufgestellten Fallen. Für spielende Kinder und Spaziergänger sind sie ebenfalls eine große Gefahr.
Die vom Bundesjagdgesetz geforderte sofortige Tötung kann mit keiner Falle garantiert werden - auch nicht mit den angeblich sicheren Abzugseisen, die bei Aufnahme des mit dem Abzug verbundenen Köders zuschlagen. Tiere, die zu groß für die aufgestellten Fallen sind, werden zu weit vorn erfaßt, langsam erwürgt und erstickt. Tiere, die zu klein für die betreffenden Fallen sind, werden zu weit hinten getroffen und querschnittsgelähmt. Die Fallenjagd muß auch deshalb grundsätzlich in Frage gestellt werden, weil für die Tötung der in dieser Form bejagten Tiere - "Raubwild" und "Raubzeug" - der im Tierschutzgesetz geforderte "vernünftige Grund" fehlt. Denn aus ökologischer Sicht ist die Dezimierung von Beutegreifern vollkommen unsinnig, und der menschlichen Ernährung dienen die erbeuteten Tiere ebenfalls nicht.

Reduzierung von Wildbeständen

Tatsache ist, daß es unter Umständen geboten sein kann, die von den Jägern in den vergangenen Jahren künstlich aufrechterhaltenen hohen Wildbestände zu reduzieren, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, sich den Lebensraumbedingungen anzupassen. Es ist allerdings fraglich, ob man die dafür notwendigen Maßnahmen denjenigen überlassen sollte, die ein Eigeninteresse daran haben, Tiere zu erlegen. Die Diskussion darum, bestandsgefährdete Tierarten wie Auerwild, Birkwild, Steinwild, Schneehase, Dachs oder Iltis, die bundesweit in der Roten Liste aufgeführt sind, aus der Liste der jagdbaren Arten zu streichen und sie dem Naturschutzrecht zuzuordnen, hat gezeigt, wie schwer es den jagdausübenden fällt, das ökologisch Notwendige zu tun und zum Wohl der Allgemeinheit auf persönliche Privilegien zu verzichten.


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