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Alternativ ist auch das Crocodile Package zu haben:
Etwa 5000 Deutsche fahren jährlich zur Großwildjagd nach Afrika.
Wer genug zahlt, darf selbst auf gefährdete Arten schießen.
Das günstige Buffalo Package kann man gleich online buchen: Für 8430 Euro vermittelt der österreichische Anbieter Top-Jagd im „neu erschlossenen Jagdland Mosambik“ so genannte Big Game Safaris – „unter weißen Berufsjägern“.
Im Preis sind „ein Krokodil und ein Hippo
inbegriffen“, die Jagd ist „natürlich kombinierbar mit allen anderen
Wildarten“.
Wäre da nicht die moderne Vermarktung übers Internet, die
Offerten und Bilder der zahlreichen Anbieter von Jagdreisen nach Afrika
erschienen wie Relikte aus Kolonialzeiten: Schwitzende Europäer posieren hinter
Antilopen und Büffeln und halten die Köpfe der Tiere, an deren Flanken die Waffe
lehnt, fürs Beweisfoto in Richtung Kamera.
Das großzügige Angebot der
Jagd „auf alle afrikanischen Wildarten“ ist kaum übertrieben. Die Safaris bieten
Gelegenheit zum Abschuss von Zebras, Warzenschweinen und Hyänen, von Kudus,
Oryxantilopen und Giraffen – und von Rote-Liste-Arten: Wer genügend Geld
hinblättert, darf noch im 21. Jahrhundert zum Spaß Leoparden, Geparde, Löwen,
sogar Elefanten und Nashörner töten. Das Washingtoner Artenschutzabkommen lässt
die regulierte Jagd auf geschützte Arten zu, und für den „persönlichen Gebrauch“
ist auch die Einfuhr von Trophäen in die EU gestattet. Befürworter
argumentieren: „Use it or loose it!“ – nur wenn das Wild wirtschaftlichen Nutzen
bringe, werde es auch effektiv geschützt. Ob Großwildjagd aber auch ethisch
vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Afrikaner, die aus Hunger und Not
Tiere wildern, müssen jedenfalls damit rechnen, von Parkrangern erschossen zu
werden. Dagegen lassen sich die gut betuchten Abenteurer in Botsuana, Sambia
oder Tansania, meist aber in Südafrika oder Namibia – dem ehemaligen
Deutsch-Südwestafrika, wo noch immer die meisten Jagdtouristen Deutsche sind –
mit Jeeps und Flugzeugen zu Camps und Lodges in den Busch bringen. Von dort aus
gehen sie, teils in freier Wildbahn, teils in eingezäunten Reservaten, auf die
Pirsch oder warten „auf komfortablen Hochsitzen an Wasserstellen und
Salzlecken“, wie ein Anbieter wirbt, auf die Tiere.
Oryx
Oryx
gazella
Antilopen und andere Huftiere sind entsprechend ihrer Häufigkeit und
der vergleichsweise geringen Abschussgebühren die begehrteste Beute von
Jagdtouristen. Besonders beliebt sind prächtige Trophäenträger wie die
Oryxantilope, die deshalb oft in Wildtierfarmen gehalten
wird.
Gepard
Acinonyx jubatus
In weiten Teilen Afrikas ist
er längst ausgestorben, doch gibt es in einigen ungestörten Regionen im
südlichen Afrika noch größere Bestände. In den letzten Jahren durften jeweils in
Namibia 150, in Simbabwe 50 und in Botsuana fünf Geparde geschossen werden —
Quoten, die alljährlich von den Vertragsstaaten des CITES-Artenschutzabkommens
festgelegt werden.
Afrikanischer Elefant
Loxodonta
africana
„Mein Lieblingskaliber für Afrika ist 416 Rigby. Ich habe damit vom
Grysbok bis zum Elefanten etliche Stücke ganz unterschiedlicher Wildarten
erlegt“, berichtet ein Waffenexperte vom Fachblatt „Jagen weltweit“. Einige
Elefanten-Populationen sind vom strengen Schutz des Artenschutzabkommens
ausgenommen. Ihr Abschuss ist legal — und
begehrt.
Löwe
Panthera leo
„Die Erfolgsquote auf Mähnenlöwen
liegt im Jagdgebiet Kilombero South in Tansania bei 100 Prozent“, wirbt das
CS-Jagdkontor. Im weit größten Teil ihres
ursprünglichen
Verbreitungsgebietes sind Löwen längst ausgerottet, doch gebietsweise gibt es
noch genug für die Jagd. Im Notfall wird mit der Zucht in Wildgehegen
nachgeholfen.
Breitmaulnashorn
Ceratotherium simum
Die
Kolonialherren im südlichen Afrika, denen die Großwildjagd edelster
Freizeitsport war, rotteten viele Arten beinahe aus. Vor 100 Jahren gab es nur
noch etwa 20 südliche Breitmaulnashörner. Doch ihr Schutz hatte Erfolg, der
Bestand stieg auf 9700 Tiere. Ein Prozent gibt Südafrika jährlich zum Abschuss
frei — und kassiert dafür 2 Millionen Euro Gebühren.
Giraffe
Giraffa camelopardalis
In vielen Gebieten kommen Giraffen, auch infolge
der Bejagung, nicht mehr vor. Zunehmend werden sie aber in Wildreservaten und
Privatfarmen angesiedelt. Weil die Tiere beinahe so robust sind wie Dickhäuter,
braucht man große Kaliber, um sie zu töten.
Leopard
Panthera
pardus
Leoparden werden meist mit „Ludern“ vor den Gewehrlauf gelockt. Bei
einer 14-Tage-Safari der Westfalia-Jagdreisen bekommen die Jagdgäste deshalb
erstmal Gelegenheit zum Abschuss einer Impala-Antilope, die sie zum Anlocken
nutzen. Die CITES legt für jedes Land Leoparden-Quoten fest, für Botsuana im
Jahr 2002 zum Beispiel 130 Tiere.
Quelle: Greenpeace Magazin von
Wolfgang Hassenstein
