Der Eiweißmythos. Warum Milch und anderes tierisches Eiweiß
gesundheitsschädlich sind.
Wie Sie Osteoporose vorbeugen können.
"Trink Milch, damit du groß und stark wirst." Wer kennt diesen
Spruch wohl nicht, wird er uns doch von Kindesbeinen an tagtäglich
zusammen mit der Milch eingetrichtert. Da ist die Werbung im
Fernsehen, die für Schokoladencreme oder Milchriegel "mit viel
wertvoller Milch und Calcium" wirbt. Da ist die Ernährungslehre in
den Schulen, wo wir lernen, daß der Körper Kalzium braucht und in
die Milch der beste Kalziumlieferant sei.
Die Wirklichkeit sieht anders aus. Osteoporose ist eine
Erkrankung, bei der den Knochen immer mehr Mineralstoffe, dabei vor
allem Kalzium entzogen werden. Sie tritt mit zunehmendem Alter vor
allem auch bei Frauen nach der Menopause (Aussetzen der
Regelblutung) auf und führt zu häufigen Knochenbrüchen und
unnatürlichen Körperhaltungen.
Osteoporose tritt vor allem in Ländern mit einem großen
Verzehr von tierischem Eiweiß auf, also in den USA,
Finnland, Schweden, Schweiz, Großbritannien und
Deutschland. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen
dem Eiweißverzehr und dem Auftreten von Osteoporose.
So findet sich bei Frauen, die tierisches Eiweiß verzehren mit 65
Jahren ein Knochensubstanzverlust von 35% auf, während er bei
vegetarisch lebenden Frauen nur etwa 18%
beträgt.
Wie kommt es, daß trotz der großen Mengen an Kalzium in der
Milch Kalziummangel auftritt?
Neben Kalzium enthält die Milch große Mengen an
Phosphaten und einer bestimmten Sorte Eiweiß, dem
Kasein-Eiweiß, das für den Menschen artfremd ist. Im
Magen kommt es mit der Magensäure zu chemischen Reaktionen,
die 50-70% des Kalziums so binden, daß es im Darm nicht
aufgenommen wird.
Wegen des hohen Eiweißgehaltes in der Milch wird jedoch
zusätzlich noch mehr Kalzium über den Urin ausgeschieden,
als durch die Milch aufgenommen wird. Milcheiweiß enthält nämlich
dreimal mehr schwefelhaltige Aminosäuren als pflanzliches
Eiweiß und diese führen zu einer Übersäuerung des Blutes.
Damit das Blut nicht zu sauer wird, muß der Körper reagieren. Er
löst aus den Knochen das basische Kalziumphosphat und
neutralisiert damit die Säurebildung durch das Milcheiweiß.
Das Endprodukt dieses Stoffwechselvorgangs wird über den Urin
ausgeschieden. |
In fünf wissenschaftlichen Studien in den USA (siehe
Literaturangaben weiter unten) wurden jungen Menschen 500 bis 1.400
mg Kalzium mit der Nahrung verabreicht. Jeweils eine Gruppe von
Menschen bekam Nahrung nur mit wenig Eiweiß, die andere Gruppe
bekam Nahrung mit viel Eiweiß. Das Ergebnis war, die die erste
Gruppe, mit wenig Eiweiß, nach dem Essen mehr Kalzium im Körper
hatten, während die zweite Gruppe, mit viel Eiweiß, danach weniger
Eiweiß im Körper hatten.
Viele Menschen haben Angst, bei einer rein pflanzlichen
Ernährung Eiweißmangel zu bekommen. Vor allem Eltern wird immer
wieder vorgeworfen, unverantwortlich zu handeln, wenn sie ihre
Kinder ohne tierische Produkte ernähren möchten. Diese hier
dargestellten Erkenntnisse, die keineswegs neu sind können Sie
beruhigen:
Eine klinische Studie, die im Journal of the American Dietic
Association veröffentlicht wurde, verglich die
Fleischesser , Vegetarier und Menschen mit rein
pflanzlicher Ernährung. Die Untersuchung ging von einem
maximalen Eiweißbedürfnis aus, wie etwa von Jugendlichen, und
schwangeren Frauen. Alle drei Gruppen hatten mehr als das
Doppelte des benötigten maximalen Eiweißbedarfes.
Ein angesehener Ernährungsforscher, Dr. John Scharffenberg, sagte
einmal in einem Vortrag: "Lassen Sie mich nochmals
feststellen, daß es sogar für experimentelle Zwecke äußers
Schwierig ist, eine Kostform zusammenzustellen, die zu einem
Eiweißmangel führen könnte.
Literatur Ernährung für ein neues
Jahrtausend, von John Robbins, im Hans-Nietsch-Verlag
Ernährung für Mensch und Erde, von Christian Opitz, im
Hans-Nietsch-Verlag.
Wissenschaftliche Kalziumstudien:
Anad, C. (1974). Effect of Protein Intake on Calcium Balance
of Young Men Given 500 mg Calcium Daily, Journal of Nutrition,
(104), S. 695.
Hegsted, M. (1981). Urinary Calcium and Calcium Balance in
Young Men as Affected by Level of Protein and Phosphorous Intake,
Journal of Nutrition, (111), S. 53.
Walker, R. (1972). Calcium Retention in the Adult Human Male
as Affecred by Protein Intake , Journal of Nutrition
Quelle: http://www.uni-giessen.de vom 04.08.2000 |