Tierrechte Aktiv
Delfinarium Nürnberg
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Eva Bulling-Schröter, MdB

Hier ein Auszug aus einer Rede von mir auf einer Kundgebung zu diesem Thema:

Als tierschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE lehne ich strikt die Haltung und Züchtung von Delfinen in Gefangenschaft ab. Seit 2000 bin ich Landessprecherin in Bayern. Auch deshalb verfolge ich seit Jahren das Drama in und um das Delfinarium in Nürnberg. Die hohe Sterberate der Delfine dort ist Beweis genug dafür, dass die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft unverantwortlich ist.

Seit 1971 werden im Tiergarten Nürnberg Delfine gehalten. Die traurige Bilanz: 34 Delfine sind bisher verendet. Von den 20 Zoogeburten starben rund 80 Prozent bereits in den ersten Lebenswochen. Die Tiere haben in Gefangenschaft nicht nur eine niedrige Lebenserwartung sondern entwickeln zudem auch Verhaltensstörungen. Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, Meeressäuger in einem Betonbecken artgerecht zu halten.

Delfine legen in Freiheit bis zu 120 Kilometer pro Tag zurück. Sie können bis zu 300 Meter tief tauchen – diese Dimensionen können ihnen in Gefangenschaft – auch in der geplanten neuen Delfinlagune in Nürnberg - nicht einmal annähernd geboten werden. Das ist, wie wenn ein Elefant in einer 3-Zimmer Wohnung gehalten wird.

Gerechtfertigt wird der Ausbau des Delfinariums in Nürnberg damit, dass Räume für eine Delfintherapie geschaffen werden. Deren Wirksamkeit ist jedoch stark umstritten, um es vorsichtig auszudrücken. Denn es gibt bis heute keinen wissenschaftlich belastbaren Beweis dafür, dass Delfintherapie effizienter wäre als andere tiergestützte Therapien mit Hunden oder Pferden. Auch liegen die Kosten für eine Delfintherapie wesentlich höher als bei anderen Tieren, weshalb sie nur für einen Bruchteil der Patienten erschwinglich ist.

Der Ausbau der Delfinlagune des Tiergartens in Nürnberg, der diesen Sommer beginnen soll, wird 24 Millionen Euro kosten. Und bezahlen werden das die Besucher mit horrenden Eintrittspreisen, die sich Arme nicht werden leisten können. So eine immense Summe ausgerechnet für Tierquälerei auszugeben, ist unverantwortlich! Darüber hinaus erhöht die Neuerrichtung oder Erweiterung von Delfinarien auch die Nachfrage nach Delfinen. Wofür weitere Tiere gefangen und Importiert werden müssen.

Besonders wenn man die hohe Rate der Fehlgeburten und toten Delfinbabys in Nürnberg in der Vergangenheit berücksichtigt, wird dort Nachschub benötigt werden. Deshalb ist es an der Zeit zu handeln. Der Import von Delfinen zu kommerziellen Zwecken, der auf eine tierquälerische Haltung hinausläuft, ist weder notwendig noch vertretbar. Ebenso wie die grausame Jagd auf Wale.

Aus diesen Gründen fordere ich einen sofortigen Stopp der als Wissenschaft getarnten Walfänge und Quotenfänge, sowie ein Verbot für den Handel mit Walprodukten. Außerdem unterstütze ich die Forderung eines absoluten Importverbots für Wale und Delfine. Denn wenn keine Tiere mehr nach Deutschland importiert werden dürfen, wird es auf lange Sicht gesehen nicht mehr möglich sein Delfinarien zu erhalten.

Es liegt in unser aller Verantwortung das Leben dieser Tiere zu schützen und ihnen Qualen zu ersparen. 

MdB-Büro Eva Bulling-Schröter
DIE LINKE. im Bundestag Platz der Republik 1 11011 Berlin Büro: Jakob-Kaiser-Haus, Raum 3623 (Eingang über Dorotheenstraße 101) Tel.: +49 (30) 227 72485 Fax: +49 (30) 227 76485 Mail: eva.bulling-schroeter@bundestag.de

 

 

 

 

 

 


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